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Social Media rund um die Uhr?

Social Media rund um die Uhr?

Veröffentlicht am: 17. August 2010

von Karsten Füllhaas

www.fuellhaas.com

Social Media rund um die Uhr

Wir Social-Media Experten sind schon ein eigenartiges Volk. Immer online, senden wir Statusmeldungen, Linktipps und Infohäppchen in 140 Zeichen in die Welt hinaus.


Nur jeder Fünfte User erwartet gemäss Brand Science Institute eine Real-Time-Betreuung zwischen 7 und 23 Uhr.

Aber muss es deshalb auch jedes Unternehmen mit seiner Social Media-Kommunikation genau so machen? Diese Frage stellt sich auch David Nelles im Blog von virtual identity:

Nur weil man als „Always On“-Berater am liebsten von jedem Ort der Welt aus und zu jeder Zeit mittels Foursquare, Facebook und Co. sein Umfeld mit Statusmeldungen bombardiert, heißt das noch lange nicht, dass dieses Verhalten eine vernünftige Benchmark für Social Media Strategien ist. Da wird versucht, ein teilweise völlig überzogenes Mediennutzugsverhalten vieler Berater als normale Umgangsweise der jeweiligen Zielgruppe zu verkaufen. (Quelle)

Nelles fragt weiter, wie intensiv ein Unternehmen seine Social Media-Präsenzen betreuen soll. Wer bisher keinen 24-Stunden Kundendienst angeboten hat, muss dies nicht zwangsläufig im Social Media-Umfeld tun. Realistisch gesehen wäre das für die meisten Firmen auch gar nicht machbar.

Daher stelle ich die These auf, dass die Forderung nach Erreichbarkeit rund um die Uhr völlig an den Zielgruppenanforderungen und der Unternehmensrealität vorbeigeht. Daher finde ich es für die meisten Unternehmen völlig ausreichend, wenn sie im Zuge eines Dialogs jenseits des Krisen- bzw. Issuemanagements zu den gewöhnlichen Geschäftszeiten erreichbar sind und antworten. Sicher gibt es immer Ausnahmen, aber im Normalfall erwartet der Durchschnittsuser von Schokoaufstrichen oder einem Auto keine Antwort mitten in der Nacht. (Quelle)

Überprüfen Sie doch mal Ihr eigenes Onlineverhalten oder lesen Sie hier den kompletten Beitrag von David Nelles.

Kunden sind unzufrieden mit Social-Media-Aktivitäten von Unternehmen

Unternehmen gehen im sozialen Web zu wenig auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein. Drei Viertel der Nutzer sind enttäuscht über die mangelnde Dialogorientierung und den geringen Service von Unternehmen bei Facebook und Twitter. 83 Prozent empfinden die Unternehmensaktivitäten sogar als Werbung. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine Studie des Brand Science Institute, in der mehr als 1000 Probanden zu ihren Erfahrungen befragt wurden.

  • 58 Prozent der Befragten nutzen Social Media für Fragen, Beschwerden oder Anregungen
  • 61 Prozent der Befragten sind unzufrieden: Unternehmen gingen nicht auf ihre Belange ein
  • 47 Prozent der Befragten erhielten unzureichende Antworten. In vielen Fällen wurde auf klassische Serviceabteilungen verwiesen

Dr. Nils Andres, Geschäftsführer des Brand Science Institute, erklärt dies wie folgt:

“Bislang beruhen die Social-Media-Aktivitäten vieler Unternehmen auf reinem Aktionismus. Die Verantwortlichen haben bisher nicht verstanden, dass ihre Kommunikation bei Twitter und Facebook umfassend moderiert und begleitet werden muss.” (Quelle)

Dafür sind jedoch qualifiziertes Personal mit entsprechenden Entscheidungsspielräumen und speziell entwickelte Social-Media-Richtlinien eine Grundvoraussetzung. Das Auftreten der Unternehmen in der „realen Welt“ und in Social Media scheint sehr ähnlich zu sein, stellt Nils Andres fest:

“Unternehmen, die in der realen Welt erfolgreiches Kundenmanagement betreiben, schneiden auch im sozialen Netzwerken gut ab. Umgekehrt bestätigen Unternehmen mit geringen Kundenzufriedenheitswerten ihr negatives Image im sozialen Web.“ (Quelle)

Lesetipp 1: ECCO Social Media Report
Die österreichische Agentur communication matters und ECCO International veröffentlichen mit dem ECCO Social Media Report eine umfassende Anleitung, wie Unternehmen und PR-Profis in Zukunft Plattformen wie Facebook als Chance nutzen können, direkt mit Interessengruppen zu kommunizieren.

Der komplette Ratgeber kann hier online kostenlos gelesen werden:

Lesetipp 2: So funktioniert ein gutes Corporate Blog
Corporate Blogs sind bis heute in der Unternehmenskommunikation eher selten anzutreffen – mal abgesehen von den ganzen Blogs der PR-Berater und Kommunikationsagenturen. Felix Hinkeldey gibt auf karrierebibel.de einen aktuellen Crash-Kurs über Planung und Umsetzung von Corporate Blogs: “So funktioniert ein gutes Corporate Blog“.

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Social Media Marketing

Ist in aller Munde. Ist Trend. Alle wollen auch. Haben schon mal davon gehört. Rennen in Seminare und Vorträge. So auch kürzlich auf Einladung der Goldbach Media Group.

Social Media ist ein grosses Gebiet unter das sehr vieles fallen kann, denn das entscheidende Buzzword “Social” beschreibt eigentlich eine Verhaltensweise. Trotzdem werden vor allem Werber nicht müde, “Strategien” und “Techniken” zu präsentieren, wie man dieses “Social Media” zum Absatz von Produkten nutzen kann. Auch die Präsentation von Orange8 (gehört zur Goldbach Gruppe) hatte ihre 5 Erfolgsfaktoren (wie man in Social Media richtig verkauft). Die Wahl der Titel sagt schon einiges über ihre Haltung zur Thematik: Präsenz / Ausdauer / Interaktivität / Kreativität / Analytics.

Etwa anderthalb Monate zuvor habe ich selbst einen Artikel zu Social Media verfasst. Nicht zuletzt um dieser Haltung einen anderen Standpunkt entgegen zu setzen. Auch wir machen mit Brand Experience im weiteren Sinne Marketing. Wir hören aber auch auf den Benuzer / die Zielgruppe. Der Benuzter möchte nicht, das ihm einfach etwas angedreht wird. Der Benutzer möchte, das auf seine Bedürfnisse eingegangen wird. Dann kauft er auch. Entsprechend lauten meine 5 Erfolgsfaktoren (wie man sich in Social Media richtig verhält): Aufmerksamkeit / Transparenz / Aktivität / Selbstlosigkeit / Authenzität.

Lesen Sie den ganzen Artikel: Die fünf Erfolgsfaktoren für Social Media Marketing

Davon abgesehen wurde im “Seminar” nicht viel neues Präsentiert, da es hauptsächlich um Grundlagen ging. Dass ein Bedürfnis dafür da ist zeigten Fragen aus dem Publikum, wie: “Und was macht man, wenn Facebook in unserem Unternehmen gesperrt ist?” und Antworten wie “iPhone?”. Ich persönlich finde ja, ein Unternehmen, das Facebook für seine Mitarbeiter sperrt, hat Social Media grundsätzlich noch nicht verstanden und sollte sich hüten, darin werben zu wollen. Aber das ist nur meine Meinung.

Noch etwas Lustiges, das mir aus dem “Seminar” geblieben ist zum Schluss: Der Sprecher hält einen Vortrag über Social Media, bittet das Publikum aber: “Schreiben Sie sich diese tolle Virale Kampagne auf”. Tatsächlich. “Ich schicke den Interessierten den Link per Mail”, “Sie finden den Link in meinem letzten Twitter-Post” oder “Sie können die Präsentation in unserem Blog downloaden” wäre dann doch zuviel 2.0 gewesen. Hier nun, zu aktuellen Geschehnissen, einer der Links zum schmunzeln: BP Spills Coffee

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